„Junge Leute in Deutschland haben keine Meinung“, „Die jungen Menschen sehen nur ihre eigenen Interessen“, „Wenn die jungen Leute ein Smartphone in der Hand haben, so sind sie vollkommen glücklich“, …
Viele dieser Vorurteile und Gedanken ältere Menschen (auch Mitglieder der Pfarrei) dürften seit etwa einem Jahr ihren Augen kaum trauen: Eine junge Frau von 16 Jahren, Greta Thunberg, motiviert 100.000 Kinder und Jugendliche mit Fridays for Future, für die Umwelt und den Schutz der Erde auf die Straße zu gehen und die Schule zu schwänzen. Über die Tatsache, dass die Schule für dieses Vorhaben nicht besucht wird, lässt sich in der Tat ausführlich streiten, doch steht am Ende fest: Viele Jugendliche von heute haben eine Meinung und setzen sich für diese ein. Sie sind aktiv, gehen auf die Straße und fordern Veränderungen im Denken der Gesellschaft und im Handeln der Politik. Und was macht die Kirche für die Umwelt bzw. für die „Schöpfung“, wie sie in der Kirchensprache häufig genannt wird?
Am 24.05.2015 verfasst Papst Franziskus in direkter Berufung auf seinen Namensgeber Franz von Assisi das kirchliche Schreiben „Laudato si“, mi Signore: Gelobt seist du, mein Herr. Das Schreiben beginnt mit den Worten: „In diesem schönen Lobgesang erinnerte [Franz von Assisi] uns daran, dass unser gemeinsames Haus wie eine Schwester ist, mit der wir das Leben teilen, und wie eine schöne Mutter, die uns in ihre Arme schließt: ‚ Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.‘“ (LS 1)
Kirche und Klima – Greta Thunberg und Papst Franziskus – sind also keine Feinde bzw. Konkurrenten: Beide sind besorgt um unsere Erde. Daher lädt das Projekt „FragNach“ Jugendliche und Junge Erwachsene am Freitag, den 27.09.2019, um 19:00 Uhr ins Pfarrheim in Kellen ein, um in einer ersten Runde ins Gespräch über das Thema Kirche und Klima zu kommen und zu diskutieren und anschließend in einem zweiten Teil gemeinsam zu kochen und das Gespräch möglicherweise zu vertiefen. In der Diskussionsrunde sollen die Jugendlichen und Jungen Erwachsenen die Gelegenheit bekommen, kirchliches, gesellschaftliches und das eigene Handeln zu reflektieren und kritisch im Sinne des Klimaschutzes bzw. der Bewahrung der Schöpfung unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht bleibt es an dem Abend ja nicht nur bei einer reinen Diskussionsrunde und es folgen Taten als kleine Schritte im Sinne des Schutzes unserer Erde. Markus van Briel