Johannes und Thomas

Der Hochaltar der Kirche Warbeyen, der mit 12 spätgotischen Apostelfiguren und einem zeitgleichen Kruzifix ausgestattet ist, ist ein außerordentlich bedeutsames Kunstwerk. Die in diesem Altaraufbau angebrachten, überaus filigran gearbeiteten Figuren zeigen in Komposition und Ausarbeitung eine überragende bildhauerische Qualität, weshalb diese Figuren und damit der gesamte Altar zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern am Niederrhein gerechnet werden. Geschaffen wurden die Figuren um 1470/80 von dem zum damaligen Zeitpunkt in Kalkar ansässigen Bildschnitzer Meister Arnt, der als wichtigster spätgotischer Bildhauer in dieser Region angesehen werden kann.
Der Zustand der Figuren entspricht jedoch nicht dieser Bedeutung! Die Figuren müssten von einem Restaurator fachmännisch gereinigt und konserviert werden. In Köln soll nun im kommenden Frühjahr eine große Ausstellung gezeigt werden, die diesen Bildschnitzer einer größeren Öffentlichkeit präsentiert – Meister Arnt wird damit zum ersten Mal Thema einer derartigen Ausstellung, zu der bedeutende Museen (wie das Rijksmuseum in Amsterdam oder das Musée de Cluny in Paris) Leihgaben entsenden. Auch der Niederrhein, an dem sich die zentralen Werke Meister Arnts befinden, wird in der Ausstellung gut vertreten sein, so etwa mit Leihgaben aus Kalkar, Kleve, Mehr etc.
Ich bin deshalb sehr froh, dass Sie sich entschließen konnten, zwei der Apostelfiguren aus dem Altar in Warbeyen auszuleihen, was die Ausstellung sehr bereichern wird. Diese beiden Figuren (Johannes und Thomas) werden zuvor von der Restauratorin Zumkley konserviert werden, wobei die Kosten für eine Figur von der Fritz-Stiftung in Münster und für eine weitere Figur von der Kirchengemeinde übernommen werden.
Ich bin sehr froh, dass wir diese Einigung gefunden haben.
Dr. Reinhard Karrenbrock, Wissenschaftlicher Referent im Bistum Münster