Das Altarkreuz in der Pfarrkirche in Kellen wird während der gesamten österlichen Bußzeit (Fastenzeit) verhüllt sein. Pfarrer Notz gab diese Anregung dem Liturgieausschuss des Pfarreirates. Verhüllungen haben in der christlichen Liturgie eine lange Tradition. Der Priester hüllt sich in ein Gewand, der Kelch wird traditionsgemäß durch ein Tuch verhüllt und auch der Altar kennt verhüllende Tücher oder Vorhänge. In der katholischen Liturgie werden reich verzierte Kreuze oder Kreuze, die den siegreichen Christus zeigen, traditionsgemäß ab dem Misereorsonntag (vormals Passionssonntag) verhüllt.

In diesem Jahr soll das Altarkreuz in der Pfarrkirche, das den Altarbereich besonders betont, während der ganzen Fastenzeit verhüllt sein. Dann ist das Kreuz symbolisch „den Blicken entzogen“. Gleichzeitig soll das Geheimnis des Kreuzes während der Bußzeit dadurch neu in den Blick genommen werden. Seit dem 13. Jahrhundert wird das verhüllte Kreuz damit erklärt, dass Christus in der Zeit des Leidens seine Gottheit verborgen habe. Das nimmt Bezug auf das Evangelium des Johannes: „Jesus verbarg sich vor ihnen“ vgl. Joh 8,59. Eine andere Deutung erinnert an die Erniedrigung des Herrn und seine Absicht, sein Bild  in unsere Herzen tiefer einzuprägen. Man könnte auch von einem Fasten der Augen sprechen. Zu Ostern ist das Kreuz wieder sichtbar. Werden wir es nach 40 Tagen mit neuen Augen sehen?

Die Verhüllung des Kreuzes möchte somit die Gelegenheit bieten, das Kreuz Jesu Christi für uns und unser Leben neu zu „entdecken“. Ich danke Marion Cleven, Ulrike Boßmann-van Husen, Maria Maaßen und Klaus Venhofen für ihre Arbeit im Liturgieausschuss des Pfarreirates  von St. Willibrord Kleve. Die gestalterische Ausführung wird realisiert von Yvonne Thanisch.

Stefan Notz